42 Prozent der Unternehmen der Branche melden Arbeitskräftemangel. Der Arbeitskräftemangel in der dänischen Industrie erreichte im Januar den höchsten Stand aller Zeiten. Das zeigt das Konjunkturbarometer von Danmarks Statistiks für Januar.

Das Barometer basiert auf Auskünften von Unternehmen. Im Januar meldeten 42 Prozent der Unternehmen der Branche Mangel an Handarbeit. Das ist eine Steigerung von 38 Prozent seit Ende 2021.

Am ausgeprägtesten ist der Mangel in der Maschinenindustrie sowie in Unternehmen der Lebensmittel-, Getränke- und Tabakindustrie. Hier fehlt es mehr als 60 Prozent der Unternehmen an Arbeitskräften In der Baubranche sind es 46 Prozent der Unternehmen. Es liegt leicht unter dem Rekordniveau im Herbst.

Am Freitag vergangener Woche legte die Regierung eine politische Vereinbarung vor, die dazu beitragen wird, mehr Kräfte auf dem Arbeitsmarkt zu sichern. Auf Fyn (Fünen) wurde das Abkommen jedoch gemischt aufgenommen.

„Der große Mangel an dem, was jetzt liegt, ist, dass die Menge ausländischer Arbeitskräfte nicht reduziert wurde, damit wir mehr anziehen können. Wir müssen Ausländer anziehen, weil es in Dänemark nicht genug Arbeitslose gibt. Und das sei mit dem jetzt vorliegenden Paket nicht gelöst worden“, sagte Henrik Neelmeyer, Vorsitzender der Wirtschaft von Fyn, am Samstag.

Die vereinbarten Maßnahmen sollen den Arbeitslosengeldsatz für Studienanfänger senken und Rentnerinnen und Rentnern ein anrechnungsfreies Nebeneinkommen ermöglichen. Es ist geplant, die Höchstgrenze für Arbeitskräfte außerhalb der EU für zwei Jahre von 448.000 Kronen (60,200 Euro) pro Jahr auf 375.000 Kronen (50,380 Euro) zu senken. Dieses bedeutet, dass es sich um das Jahresgehalt handelt, das ein Arbeitgeber mindestens bieten muss, um außerhalb der EU Arbeit aufzunehmen.

Die Regierung wird diesen Teil des Abkommens jedoch zur Abstimmung stellen, da es derzeit keine Mehrheit dafür gibt, denn die ausländerfeindliche Dansk Folkeparti (Dänische Volkspartei) steht außerhalb des Abkommens. Die Maßnahmen sollen frühestens im Oktober in Kraft treten.

„Aber selbst wenn die Betragsgrenze auf 375.000 Kronen gesenkt wird, reicht dies nicht aus“, sagt Tom Pelle Jensen, Direktor des Hotels Svendborg und stellvertretender Vorsitzender von Horesta Syddanmark. „Es muss viel weiter nach unten gehen. Für die Leute, die wir in unserer Branche einsetzen – und da spreche ich als Horesta-Mann – ob es sich um eine Sushi-Bar, ein Hotel, eine Küche oder eine Reinigung handelt, werden sie nicht am höchsten bezahlt. Da müsse man weiter runter auf 250.000 (33.580) bis 300.000 (40.300) gehen“, sagte er am Samstag.

Laut Steen Nielsen, stellvertretender Direktor der dänischen Industrie (DI), trägt der Arbeitskräftemangel dazu bei, die Produktion in vielen Unternehmen zu verlangsamen. „Wir befinden uns in einer Situation, die wir noch nie zuvor ausprobiert haben, mit einem so weit verbreiteten Mangel an Arbeitskräften in allen Branchen.

„Der Mangel an Mitarbeitern schränkt die Produktion ein und hindert Unternehmen daran, neue Aufträge anzunehmen. Damit entgeht uns wertvolles Wachstum in Dänemark“, sagt in einem schriftlichen Kommentar. Las Olsen, Chefökonom der Danske Bank. Er glaubt, dass das Wachstum in diesem Jahr höher sein könnte, wenn es mehr Arbeitskräfte gäbe.

„Für viele Unternehmen ist es hart, aber es ist an sich nichts Schlimmes, dass die Wirtschaft an den Rand des Machbaren rennt. Es zieht Menschen an, die am Rande des Arbeitsmarktes stehen, und es zwingt Unternehmen, neu zu denken und mehr aus der Belegschaft herauszuholen. So können wir langfristig den Wohlstand steigern. Ganz risikofrei sei es aber nicht“, sagt der Chefvolkswirt.

„Das Risiko besteht nur darin, dass der Druck eine Überhitzung der Wirtschaft auslöst, die den Grundstein für die nächste Krise legt“, sagt er in einem schriftlichen Kommentar.

Quelle: TV2 FYN – übersetzt und veröffentlicht von

Günter Schwarz – 29.01.2022

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