(Rødbyhavn) – Die archäologische Ausgrabung in Rødbyhavn vor der Fehmarnbelt-Verbindung endete als die größte und wichtigste steinzeitliche Ausgrabung in der dänischen Geschichte. Unüberschaubare Mengen an Funden wurden gemacht und die Qualität ist hervorragend.

„Wenn Sie sich Einzelfunde ansehen, haben wir mehrere Millionen Einzelfunde“, sagt Bjørnar Måge, Projektleiter des MuseumS Lolland-Falster. Die Funde fielen in einer solchen Eile und Fülle an, dass das Museum Lolland-Falster nicht mithalten kann. Für diese Herausforderung die Lösung zu finden, half eine Spende im Jahr 2021. Dadurch war es möglich, die Erkenntnisse mit einem internationalen Expertennetzwerk zu teilen.

Sie sind jetzt dabei, Speere, Spitzen, Knochen und andere Funde aus der Steinzeit zu untersuchen und zu analysieren, um noch mehr dänische Geschichte in Worte zu fassen. „Wir könnten das Potenzial des Materials nicht ausschöpfen, wenn wir allein damit arbeiten müssten“, sagt Bjørnar Måge.

Daniel Gross, Forschungskoordinator des Museums Lolland-Falster.
Foto: Peter Kryger – TV2 ØST

Das Netzwerk besteht aus 32 Forschern aus acht verschiedenen Ländern.“Unser Ziel mit dem Netzwerk ist es, aus dem Material, das wir haben, die bestmögliche Wissenschaft und die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen. Natürlich sind wir das Zentrum, aber alle anderen sind auch miteinander verbunden“, sagt Daniel Gross, Forschungskoordinator des Museums Lolland-Falster

Nicht nur Archäologen und Steinzeitexperten haben den großen Fund unter die Lupe genommen. Es sind auch Forscher mit Fachrichtungen auf danderen Gebieten. Mikael Rothstein, Religionshistoriker an der Syddansk Universitet (Universität Süddänemark), ist einer von ihnen. Er weiß nicht viel über Feuersteinmesser und Pfostenlöcher, aber er erforscht seit Jahren die Religion unter Jägern und Sammlern.

So lebten sie vor 6000 Jahren im Gebiet des Hafens von Rødby. „Für mich ist es das erste Mal, dass ich mit einem so breiten Spektrum an Fachleuten zusammenarbeite. Hier kommen wir weit über unsere Grenzen hinaus – und ich selbst bin einer unter ihnen. Darauf freue ich mich sehr“, sagt er und fährt fort: „Ich weiß verdammt viel über Religion unter Jägern und Sammlern.“

Viele kleine Tüten zeugen von einem riesigen Fund bei der Ausgrabung.
Foto: Peter Kryger – TV2 ØST

Gerade die unterschiedlichen Fachbereiche der 32 Forscher verdeutlicht den riesigen Fund und ermöglicht ein klareres Bild davon, wie die Dinge einmal waren. „Mit dieser interdisziplinären Steinzeitarchäologie kommen wir heute zu Ergebnissen, die wir mit der traditionellen Archäologie nicht erzielen können. Es hilft uns, uns ein besseres Bild von der Vergangenheit zu machen, sagt Daniel Gross.

Die Ausgrabungen in und um Rødbyhavn laufen seit über 10 Jahren. Im Laufe der Jahre haben Archäologen 365 Morgen vermessen und Hunderttausende von Quadratfuß ausgegraben. Die letzten Ausgrabungsarbeiten werden in diesem Jahr abgeschlossen, aber die Forschung geht weiter.

„Wir starten das Netzwerk und hoffen, dass sich daraus weitere Projekte entwickeln, damit wir auf dieser Welle reiten können“, sagt Daniel Gross.

Quelle: TV2 ØST – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 03.02.2022

Fotos: TV2 ØST