(Nykøbing Falster) – Das Museum Obscurum auf Falster hat in letzter Zeit mehrere mysteriöse Ereignisse erlebt. Die Mitarbeiter glauben, dass einem alten Fall eines Satanskults neues Leben eingehaucht wurde.

Kirsten Wraa Jensen ist es gewohnt, von allem ein bisschen Post zu bekommen. Doch kürzlich landete ein seltsamer Brief im Briefkasten des Museums. „Dann öffnete ich ihn, und da ist ein Kuvert in dem Brief, und da mache ich mir tatsächlich vor Angst in die Hose“, sagt Kirsten Wraa Jensen, Touristikangestellte im Museum Obscurum auf Falster.

Auf dem Umschlag stand geschrieben, dass alles Böse aus Grenaa kommt.

Der Brief, den das Museum Obscurum erhielt, enthielt mehrere unheimliche Dinge. Foto: Katja Højbjerg – TV2 ØST

n dem Umschlag befanden sich zwei Briefe. Man lud zu einem Kultritual nach Anholt ein, wo man sich in einen Werwolf verwandeln konnte. Auf dem zweiten waren viele mysteriöse Zeichen geschrieben, die alle einen Satz in der Mitte umkreisten: „Im Dunkeln sind wir verborgen und flüstern Geräusche.“

Ich frage mich, ob das Rätsel gelöst und die Schrift entschlüsselt werden kann. An anderer Stelle im Museum Obscurum tauchten ebenfalls seltsame Dinge auf. Im Wohnzimmer wurde plötzlich ein Fotoalbum abgelegt, und in einem anderen Raum fanden die Mitarbeiter ein Buch über Geister. Aber besonders zwei gefundene Puppen erregten Aufmerksamkeit. Man stellt sich den Teufel selbst vor.

Als Besucher würden Ihnen die seltsamen Dinge wahrscheinlich nicht auffallen. Alles passt perfekt in das Thema des Museums, das sich mit dem Übernatürlichen und dem Okkulten befasst. Es gibt jedoch nur das Detail, dass niemand eine Ahnung hat, woher die Dinge kommen.

„Wenn Sie plötzlich etwas sehen, das sich in einer Ausstellung befindet, an deren Gestaltung Sie mitgewirkt haben und von dem Sie wissen, dass Sie es nicht selbst betreten haben, werden Sie wirklich überrascht sein. Sie denken, hat es jemand vergessen oder was hier passiert“, sagt Museumsinspektor Leif Plith Lauritsen.

Kirsten Wraa Jensen war die Erste, die den unheimlichen Brief öffnete. Foto: Katja Højbjerg – TV2 ØST

Es wirkt alles sehr mysteriös. Aber dann kam Henrik Schilling ein Fall in den Sinn, der eine Satanssekte aus dem Jahr 1973 betraf, was Licht in den Fall bringen könnte. „Auf Anholt draußen im Kattegat entdeckst du einige mysteriöse okkulte Altäre am Strand. Und die Leute fangen an, mysteriöse Briefe von solch einem satanischen Kult zu bekommen, und es gab einen ziemlich großen Aufruhr“, sagt Henrik Schilling, der Kommunikationsberater des Museums ist.

Lange danach waren mysteriöse Ereignisse in Bezug auf Anholt fast an der Reihe. In den nächsten 30 Jahren erschienen verschiedene Effekte in den Kirchen und Museen des Landes. Nach langer Zeit des Rätsels stellte sich heraus, dass der Mann hinter den satanischen Münzen und dem Kult Knud Langkow hieß.

„Was vielleicht als Scherz seinerseits beginnt, entwickelt sich zu dem, was ich als solides Happening bezeichnen würde“, sagt Henrik Schilling.

Der alte Fall ähnelt sehr dem, was derzeit im Museum Obscurum passiert. Aber Knud Langkow kann nicht der Urheber sein. Er starb vor über 20 Jahren.

Das Bild zeigt unter anderem den Teufel, der im Museum gefunden wurde. Foto: Katja Højbjerg – TV2 ØST

Ähnliches erlebte das Kroppedal Museum Dieses ist nicht das erste Mal in jüngster Zeit, dass ein Museum mysteriösen Ereignissen ausgesetzt ist. Letztes Frühjahr konnte TV 2 Lorry über satanische Gegenstände und maschinengeschriebene Briefe berichten, die an das Kroppedal Museum in Taastrup geschickt wurden. Laut TV 2 Lorry erhielt das Museum im Zusammenhang mit einer neuen Ausstellung über zwei satanische Münzen ein Gedicht, das einem satanischen Kult huldigt, und ein Bild mit der Aufschrift „Satankulten på Anholt“ (Der Satanskult von Anholt).

Schon damals wurden Fragen aufgeworfen, ob es sich um aufrichtige Satanisten handelte oder um einige, die einfach Knud Langkows Witz fortsetzen wollten. „Es gibt offensichtlich jemanden, der den ,Satankulten på Anholt‘ jetzt fortführt. Und es gibt immer noch einen oder mehrere Menschen, die Münzen platzieren, Briefe schicken und dem Satanismus Tribut zollen, und wir wissen nicht, wer es ist“, sagte Anders Dalsager, Museumsinspektor im Kroppedal Museum.

Auch im Museum Obscurum geht die große Frage weiter, wer da umhergeht und spukt. „Meine Vermutung ist, dass es einige gibt, die von diesem Ereignis so fasziniert sind, dass sie sich entschieden haben, seine Arbeit fortzusetzen“, so der Kommunikationsberater Henrik Schilling.

Das Museum Obscurum kann in Nykøbing Falster besichtigt werden. Foto: Katja Højbjerg – TV2 ØST

In einem Museum, in dem die meisten Vitrinen geheimnisvoll sind, muss man sich natürlich fragen, ob es nicht die Mitarbeiter selbst sind, die hingehen und die geheimnisvollen Dinge uszustellen. Aber alle Mitarbeiter wagen zu garantieren, dass dieses nicht der Fall ist. Die Mitarbeiter hingegen sind fasziniert davon, dass sich jemand die Mühe gemacht hat, einen Beitrag zur Ausstellung zu leisten.

„Diese Ausstellung ist uns irgendwie aus der Hand geratlen. Es hat ein Eigenleben, und es formt sich selbst“, erklärt Museumsinspektorin Marie Brinch.

Das Mysterium lebt also weiter. Und jetzt, wo der erste Schock abgeklungen ist, nimmt Kirsten Wraa Jensen gerne weitere Briefe entgegen, falls sie eintreffen sollten. „Ich denke, sie sind echte Nerds, und das sind wir auch. Also passt es hier ziemlich gut in die Spanne“, sagt sie.

Quelle: TV2 – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 21.02.2022

Fotos: TV2