Neben mehreren tausend Panzerabwehrraketen schickt Dänemark im Krieg gegen die russischen Truppen auch 300 Stinger-Raketen in die Ukraine. Dänemark liefert dem ukrainisch Militär im Kampf gegen die russischen Streitkräfte bis zu 2.700 Panzerabwehrraketen in die Ukraine, und es ist eine sehr starke Waffe. Das sagt Kristian Lindhardt, Militärforscher an der Verteidigungsakademie.

Aus Gründen der Betriebssicherheit will die Material- und Beschaffungsbehörde des Verteidigungsministeriums nicht offenlegen, um welche Waffe es sich genau handelt. Auf der Website der Streitkräfte heißt es jedoch, dass das dänische Militär über eine begrenzte Anzahl verschiedener Panzerabwehrwaffen verfügt.

Militärforscher Kristian Lindhardt vermutet, dass es sich dabei um Panzerabwehrraketen vom Typ M72 EC LAW (Enhanced Capability Light Antitank Weapon) handeln könnte, die das dänische Heer 2018 von der norwegischen Firma Nammo gekauft hat.

BILD: Panzerabwehrwaffe-a – Dänemark schickt bis zu 2.700 Panzerabwehrraketen in die Ukraine. Foto: Nammo Archivfoto

Aber die Prinzipien sind für alle Arten dänischer Panzerabwehrraketen gleich, und das macht die Waffe besonders geeignet für den Straßenkampf, der derzeit in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ausgetragen wird. „Es ist widerlich, gegen sie anzutreten, und sie eignen sich hervorragend für Stadtkämpfe. Die Chancen stehen nicht gut bei den russischen Panzern, wenn sie damit beschossen werden“, erklärt Kristian Lindhardt.

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M72 EC LAW

Panzerabwehrwaffe M72 EC LAW – leichte Panzerabwehrwaffe mit erweiterten Fähigkeiten.

Kaliber: 66 Millimeter

Länge: Weniger als ein Meter

Gewicht: 3,4 Kilo

Kann bis zu 450 Millimeter Stahl durchschlagen

Quelle: Forsvaret.dk

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Panzerabwehrraketen mit mehreren Vorteilen

Der Militärforscher hebt eine Vielzahl von Vorteilen der potenten Waffe hervor:

Einwegwaffen – verwenden und wegwerfen

sehr einfach zu bedienen

auf Schulter getragen – wie eine Tasche auf der Schulter zu tragen

sehr leicht, wiegt nur wenige Kilo

kann von einem Mann bedient werden

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Kristian Lindhardt glaubt, dass die Panzerabwehrraketen für die Ukrainer im bewaffneten Kampf gegen die russischen Truppen im Land einen Unterschied machen können. Die Waffe ist sowohl sehr handlich, sie kann überall hin mitgenommen werden und dann kann sie von jedem benutzt werden.

Die Panzerabwehrraketen eignen sich besonders für den Beschuss auf kürzere Distanzen auf leicht gepanzerte Fahrzeuge – zum Beispiel Mannschaftswagen der Russen in der Ukraine. Die Waffe lässt sich sehr leicht mitnehmen und eignet sich daher für Stadtschlachten, bei denen es entscheidend ist, sich verstecken zu können und dann nach vorne zu kommen und die Waffe abzufeuern – ohne selbst erschossen zu werden.

„Diese Waffe wird in Straßenkämpfen wirklich zuschlagen. Sie kann Boulevards hinuntergeschossen werden und eignet sich daher perfekt für den Stadtkampf“, sagt Kristian Lindhardt.

Die Panzerabwehrraketen sind zudem äußerst einfach zu bedienen, denn die Gebrauchsanweisung befindet sich seitlich an der Waffe. Daher seien sie innerhalb von Minuten einsatzbereit, erklärt der Militärforscher. Aber er weist darauf hin, dass die Raketen zwar von Ungeübten benutzt werden können, die Waffe jedoch nicht so effektiv sein wird wie in den Händen der ukrainischen Soldaten.

„Waffensysteme sind am effektivsten, wenn sie von geschultem Personal bedient werden“, sagt Kristian Lindhardt. Die große Frage ist jedoch, ob die dänischen Waffen die Frontlinie in der Ukraine erreichen können, und es könnte sich als ein Wettlauf gegen die Zeit herausstellen.

Die Waffen müssen erst verpackt werden, dann müssen sie in die Ukraine verschifft werden, dann müssen sie den Ukrainern übergeben werden, die sie in den Kampfgebieten verteilen müssen.

Keine leichte Aufgabe, so der Militärforscher. „Das dauert in Friedenszeiten Monate und Jahre. Im Krieg sei alles machbar, aber es sei ein kompliziertes Unterfangen – vor allem, weil die Ukraine ein Kriegsland sei“, sagt Kristian Lindhardt.

Die dänischen Waffen stammen aus dem Einsatzbestand der Streitkräfte. Dabei hat Generalinspekteur Flemming Lentfer einen Verzicht auf sie als vertretbar eingeschätzt. Neben den bis zu 2.700 Panzerabwehrraketen wird Dänemark auch 300 Stinger-Raketen liefern, die der Ukraine im Kampf gegen die russischen Truppen im Land zur Verfügung gestellt wurden.

„Es ist das erste Mal in jüngster Zeit, dass Dänemark Waffen an ein Land im Krieg spendet“, sagte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen (Socialdemokraterne) auf der Pressekonferenz am Sonntag.

Dänemark ist nicht das einzige Land, das Waffen für den Krieg in der Ukraine liefert. Schweden zum Beispiel hat beschlossen, 5.000 Panzerabwehrwaffen in die Ukraine zu schicken. Das teilte die schwedische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson am Sonntag mit.

Quelle: TV2 – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 28.02.2022

Foto: Archivbild