In den letzten Monaten stand erneut im Fokus, ob man für die Überquerung der Brücke über den Storebælt (Großen Belt) bezahlen muss. In diesen Tagen halten mehr als 60.000 Dänen den Atem an und hoffen, dass sie mit einem Bürgervorschlag die Maut für das Überqueren der Brücke über den Storebælt abschaffen können.

Gleichzeitig zeigt ein Zugang zu Dokumenten, die TV 2 FYN von der dänischen Straßendirektion und Sund & Bælt erhalten hat, dass sie auf eine Lösung hinweisen, bei der die Brücke über den Storebælt zur Finanzierung des Baus einer Verbindung über das Kattegat beitragen soll. Damit wird die Brücke über den Storebælt frühestens 2063 kostenlos sein.

Dieses hat die Debatte über die Maut und die Folgen des Brückenbaus in Dänemark entfacht, und mittendrin steht die Fynsk Erhverv (Fünen-Geschäftswelt). Sie haben lange dafür gekämpft, die Maut über den Storebælt abzuschaffen. „Wir nutzen jede Gelegenheit, um hervorzuheben, wie verzerrt es ist, eine Brückenmaut zu haben, als wir 2016 den gesellschaftlichen Nutzen durch die Abschaffung der Brückenmaut dokumentieren konnten“, sagt Jytte Reinholdt, Direktorin von Fynsk Erhverv.

2015 ließ Fynsk Erhverv einen Bericht von Grontmij erstellen. Der Bericht analysiert die sozioökonomischen Gewinne durch die Änderung der Maut auf den Storebælt. Dem Bericht zufolge werden mehr Verkehrsteilnehmer die Fahrt über den Storebælt attraktiv finden, wenn sie die Mautstelle umfahren können.

„Es bedeutet sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmern viel, dass sie mautfrei pendeln können. Die Möglichkeiten, das Wachstum aufrechtzuerhalten, werden derzeit in Unternehmen verlangsamt, da sie keine Arbeitskräfte anziehen können“, sagt Jytte Reinholdt, Direktorin von Fynsk Erhverv.

Täglich überqueren etwa 35.000 Fahrzeuge den Storebælt. Für das Jahr 2035 rechnet das Vejdirektoratet (Straßendirektion) mit einem Anstieg der Fahrzeuganzahl auf etwa 52.500 Fahrzeuge pro Tag, sofern keine Verbindung zum Kattegat besteht. Damit bleibt die Zahl der Fahrzeuge bei 35.000 täglich.

In dem Memo des Vejdirektoratet und Sund & Bælt kommen sie auch zu dem Schluss, dass eine mögliche Kattegat-Verbindung eine gute Wirtschaftlichkeit hat. Dem Memo zufolge wird die Verbindung das Wachstum der Unternehmen in der Nähe der Verbindung steigern, ebenso wie sie Mitarbeiter auf der anderen Seite der Verbindung anziehen wird. Darauf geben sie bei Fynsk Erhverv jedoch nicht viel.

„Die Argumente, die sie verwenden, um die Kattegat-Verbindung herzustellen, sind die gleichen Argumente, die wir seit Jahren als Argumente dafür verwenden, dass die Verbindung zum Storebælt frei sein sollte“, sagt Jytte Reinholdt. „Es ist beschämend, dass ein historisches Abkommen im Wege steht, die Möglichkeiten in einem neuen Licht zu sehen“, sagt sie.

In Christiansborg ist die Unterstützung für die Argumente von Fynsk Erhverv minimal. Bisher unterstützt nur die Nye Borgerlige (Neue Bürgerliche) den Vorschlag, die Maut auf der Brücke über den Storebælt abzuschaffen.

So müssen die fast 62.000 Dänen, die den Bürgervorschlag unterzeichnet haben, die Idee wahrscheinlich abgelehnt sehen, fast bevor der Vorschlag überhaupt im Folketing diskutiert wurde. Ob es eine Kattegat-Verbindung geben wird – oder die Brücke über den Storebælt jemals frei überquerbar sein wird, ist unbekannt. Fest steht nur, dass die Brückenmaut zum 1. Januar 2023 um zehn Prozent sinkt. und wenn das passiert, wurde der Preis seit 2018 um 25 Prozent gesenkt.

Die Instandhaltung der Brücke über den Großen Belt kostet jährlich 500 Millionen Kronen (67, 08 Mio. Euro), und die heutige Brückengebühr trägt dazu bei, sie zu decken.

m Donnerstag führte TV 2 FYN Event eine Debatte über die Maut auf der Brücke über den Storebælt. An der Debatte nahmen Torben Lund Kudsk, Abteilungsleiter bei FDM, Mitglied des Verkehrsausschusses im Folketing, Brian Bressendorff (Socialdemokraterne), Futurist Uffe Palludan und der Vorsitzende von Fynsk Erhverv, Henrik Neelmeyer, teil.

Quelle: TV2 FYN – übersetzt und bearbeitet von

Günter Schwarz – 19.03.2022

Foto: TV2 FYN