In Schweden ist ein großer Mordfall gescheitert, obwohl ein Zeuge den heute 23-jährigen Semir Hasooni als Mörder identifizierte. Nur mit amerikanischer Hilfe wurde er heute verurteilt Bei dem Opfer handelte es sich um einen gleichaltrigen Mann aus dem gleichen Umfeld, der in eine Falle gelockt und vor den Augen seiner Freundin erschossen wurde. Das Opfer dachte, er verkaufe Drogen, wurde aber stattdessen am 2. November 2020 erschossen. Die Freundin gab eine klare Aussage ab und bezeichnete Semir Hasooni als denjenigen, der geschossen hatte – zog seine Aussage später jedoch zurück.

Der Fall war für die schwedische Polizei problematisch, genau wie andere Fälle, die wir hier in ditoverblik.dk behandelt haben. Semir Hasooni, der in den Irak geflüchtet war, konnten sie zunächst nicht erreichen. Erst als er später – vermutlich mit seinem schwedischen Pass – nach Frankfurt kam, wurde er von der deutschen Polizei festgenommen. Aber die schwedische Justiz glaubte nicht, dass die Beweise gegen ihn zu einer Anklage führten und er wurde freigelassen.

Damals wurde er in den schwedischen Medien nur als Schwede bezeichnet, aber nach dem heutigen Urteil erwähnen ihn mehrere Medien namentlich und schreiben über seine irakische Herkunft. Das Urteil lautet heute auf lebenslange Haft.

Fallen für Kriminelle

Das heutige Urteil war nur aufgrund von Material des US Federal Bureau of Investigation, FBI, möglich. Nachrichten aus dem sogenannten Anon-Netzwerk, das das FBI selbst geschaffen hat, um Kriminelle dazu zu verleiten, es zu benutzen, stützten die Anklagen gegen den Iraker schlüssig. Im Juni wurde er erneut festgenommen und zusammen mit drei anderen des Mordes angeklagt, der mitten in einem Wohngebiet im verkehrsreichen Teil von Stockholm stattfand.

Während des Prozesses selbst spielte auch die Aussage des Zeugen eine Rolle. Obwohl die Frau ihre Aussage zurückgezogen hatte, wurde eine Aufzeichnung der Vernehmung abgespielt. Im Urteil heißt es, es sei davon auszugehen, dass der Frau mit dem Widerruf ihrer Aussage gedroht worden sei.

Der jüngste der drei, der zum Zeitpunkt des Mordes 20 Jahre alt war, erhielt für seine Rolle drei Jahre Gefängnis, die beiden älteren dreieinhalb Jahre. Ausweisungen gibt es offenbar nicht.

Quellen: Expressen, SVT