Das Royal Theatre sagt Ballettaufführungen auf Druck von Tänzern ab. „Tudetosset und eine gewaltige Überreaktion“, sagt der Kultursprecher der Dänischen Volkspartei, Dennis Flydtkjær, der jetzt Kulturminister auf dem Feld haben will
„Es ist verrückt und weit draußen“.

Der Kultursprecher der Dänischen Volkspartei, Dennis Flydtkjær, schüttelt im Königlichen Theater den Kopf.

Am Dienstag war bekannt geworden, dass die Theaterleitung das Ballett „Othello“ nach William Shakespeares Schauspiel von 1603 vom Plakat genommen hatte. Laut dem Online-Medium A4 liegt das daran, dass eine Gruppe von Tänzern eine Szene in der Aufführung für rassistisch hält.

Die Theaterleitung versuchte zunächst, den Choreografen, den amerikanischen Tänzer John Neumeier, zu einer Änderung der Aufführung zu bewegen. Als er sich weigerte, entschied sich das Theater für eine Absage und brachte stattdessen eine weitere Aufführung von John Neumeier auf das Plakat, „Ein Sommernachtstraum“, auf dem auch ein Stück von Shakespeare zu sehen ist.

Aber es ist „verrückt“, sagt Dennis Flydtkjær:

„Es ist ein schiefer Plan, wenn man versucht, einen solchen identitätspolitischen linken Aktivismus über ein Stück aus dem Jahr 1603 hinwegzudenken. Man kann die Geschichte nicht ändern. Wenn es heute geschrieben worden wäre, würden wir es nicht für in Ordnung halten, aber wir müssen aus der Geschichte lernen“, sagt Dennis Flydtkjær.

Er nennt die Absage eine gewaltige Überreaktion:

„Die Tänzer müssen die Einstellung haben, die sie haben. Aber dann müssen sie aufhören mitzumachen, und du musst andere Tänzer finden. Die Show abzusagen ist eine riesige Überreaktion“, sagt Dennis Flydtkjær.

Tribal Dance ‚provozierte Tänzer

Es handelt sich um eine bestimmte Szene in der Aufführung, die als „Stammestanz“ bezeichnet wird und nach Meinung der Tänzer rassistisch ist. In der Szene tanzen „Mohren“ – die Worte der Shakespeare-Ära für Nordafrikaner oder dunkelhäutige Menschen – umher, geben Affenlaute von sich und schlagen sich an den Kopf.

Ihre Übersicht: Afrikaner, die Affengeräusche von sich geben, gehören nicht ins Jahr 2022, oder?

„Es muss in dem Kontext betrachtet werden, in dem es geschrieben wurde. Es ist von 1603. Es war eine andere Zeit. Es ist ein Ausdruck des damaligen Spirits“, sagt Dennis Flydtkjær.

Erhebt Klage gegen Minister

Dennis Flydtkjær hat Kulturministerin Ane Halsboe-Jørgensen (S) nun einige Fragen zu dem Fall gestellt. Zwei der Fragen lauten:

Ist die Ministerin der Meinung, dass die politische Wahrnehmung der Balletttänzer ausschlaggebend dafür sein sollte, welche Aufführungen das Königliche Theater aufführen kann?

Was gedenkt die Ministerin zu tun, um sicherzustellen, dass die Agenda identitätspolitischer Aktivisten der Linken die heutigen Wertvorstellungen über historische Kulturbeiträge wie z Shakespeares Werke werden nicht dazu führen, dass klassische Werke auf der dänischen Nationalbühne eigentlich nicht mehr aufgeführt werden können, weil die Klassiker nicht der Agenda der Aktivisten entsprechen?

Muss Wache mit vorgehaltener Waffe schreien

Dennis Flydtkjær betont, dass er sich nicht in die Aufführungen des Königlichen Theaters einmischen wolle.

„Aber ich denke, wir müssen mit vorgehaltener Waffe Wache rufen und fragen, ob wir wirklich eine Gesellschaft wollen, in der Theaterstücke entfernt und Bücher zensiert werden müssen, weil sich einige beleidigt fühlen. Ich befürchte, dass der Fall von The Royal Theatre der Anfang einer Rutschbahn ist, die dazu führen könnte, dass viele Stücke neu gemacht oder nicht gespielt werden müssen“, sagt Dennis Flydtkjær.