Aabenraa/Tórshavn: Der Chirurg saß in Aabenraa, während der Patient in Tórshavn auf den Färöer-Inseln operiert wurde.
Dieses historische Szenario ereignete sich am Mittwochmittag, als das Krankenhaus Sønderjylland in Aabenraa und das Landssjúkrahúsið in der färöischen Hauptstadt die erste Operation im Rahmen eines dänisch-färöischen Projekts mit roboterassistierter Fernchirurgie durchführten.
Es handelt sich um die erste Operation dieser Art in Dänemark und die erste zwischen zwei öffentlichen Krankenhäusern in der nordischen Region, wie das Krankenhaus Sønderjylland in einer Pressemitteilung schreibt.
Erfolgreich abgeschlossen
Um 12:50 Uhr konnte das gesamte Projektteam jubeln: Dänemarks erste telemedizinische Operation war erfolgreich abgeschlossen.
„Die Operation verlief mit einem sehr zufriedenstellenden Ergebnis. Für uns war es besonders wichtig zu untersuchen, ob wir die Operation in enger Zusammenarbeit der beiden Krankenhausabteilungen sicher durchführen können – und das ist uns gelungen. Wir hoffen, dass künftig mehr Patienten Zugang zu der benötigten Expertise erhalten, auch wenn sie weit entfernt von den großen Zentren leben“, so Chefarzt Jan Krzak.
Er betont, dass das Projekt sehr vorsichtig angelaufen ist.
„Wir haben mit einigen ausgewählten Patienten mit unkompliziertem Leistenbruch begonnen. Der erste Schritt heute war die Dokumentation, ob Technik, Sicherheit, Kommunikation und Zusammenarbeit in der Praxis stabil funktionieren“, erklärt Jan Krzak, der den Roboter in Tórshavn-Aabenraa steuerte.
Während der Operation war ein komplettes chirurgisches und anästhesiologisches Team im Krankenhaus in Tórshavn anwesend. Ein lokaler Chirurg stand bereit, um bei Bedarf – sei es aufgrund der Technik, der Verbindung oder der Situation – sofort einzugreifen. Dem vorausgegangen waren umfassende Schulungen, Simulationen, technische Tests und Übungen zu Notfallmaßnahmen.
– Ein großer Erfolg für uns
Das Projekt untersucht, ob die chirurgische Behandlung langfristig näher an Patienten herangebracht werden kann, die weit entfernt von großen Behandlungszentren leben. Die Idee ist, die Expertise des Chirurgen direkt zum Patienten zu bringen, ohne dass dieser reisen muss.
Laut Sygehus Sønderjylland ist es bemerkenswert, dass zwei so relativ kleine Krankenhäuser ein solches Projekt unterstützen. Die Leitung von Sygehus Sønderjylland ist stolz auf diesen technologischen Meilenstein und die dänisch-färöische Zusammenarbeit, die ihn ermöglicht hat.
– Es ist ein großer Erfolg für uns, dass Sygehus Sønderjylland ein solches Projekt mitgestaltet. Wir sind kein großes Universitätsklinikum, verfügen aber über ein starkes professionelles Umfeld, qualifizierte Mitarbeiter und eine enge Zusammenarbeit mit unseren Kollegen auf den Färöer-Inseln. Dies zeigt, dass wichtige Entwicklungen im Gesundheitswesen nicht nur in den größten Einrichtungen stattfinden, so Peter Sørensen, Ärztlicher Direktor des Sygehus Sønderjylland.
Über die Fernoperation: Die Operation ist die erste im Rahmen einer klinischen Pilotstudie, die untersucht, ob sich die Methode in der Praxis – technisch, klinisch und organisatorisch – sicher, stabil und kontrolliert umsetzen lässt.
Nach der ersten Operation wird der Prozess evaluiert. Dabei werden unter anderem die technische Stabilität, die Kommunikation, die Arbeitsabläufe und die Patientensicherheit bewertet.
Das System hat keinen Zugriff auf die internen Netzwerke der Krankenhäuser oder Patientendatensysteme. Die Datenübertragung erfolgt über einen dedizierten und isolierten Kommunikationskanal.
Der Hersteller MicroPort MedBot stellt den Toumai®-Roboter als Beitrag zum Projekt zur Verfügung.
International wurde die roboterassistierte Fernchirurgie bereits an mehreren Standorten weltweit getestet. In Europa kam die Technologie unter anderem zwischen London und Gibraltar zum Einsatz. Das Projekt zwischen Aabenraa und Tórshavn ist das erste seiner Art zwischen zwei öffentlichen Krankenhäusern in den nordischen Ländern und das erste in DänemarkQuelle: .
Quelle: Krankenhaus Sønderjylland