Frederiksen gerät nach Post zu Pflegeheim-Essen unter Korrektur

Kopenhagen: : Instagram-Post der dänischen Regierungschefin
Ministerpräsidentin Mette Frederiksen (Sozialdemokraten) hat mit einem Instagram-Post eine Debatte über das Essen in Pflegeheimen in Kopenhagen angestoßen – und dabei offenbar eine umstrittene Darstellung geliefert.

In ihrem Beitrag beginnt Frederiksen mit einer persönlichen Alltagsbeobachtung: „Wir haben gestern zu Hause Fleisch aus dem Gefrierschrank geholt.“ Anschließend ordnet sie das Thema ein und spricht über traditionelle Essgewohnheiten in Dänemark, bei denen Fleisch, etwa Fleischbällchen und Medister, ihrer Darstellung nach eine feste Rolle spielen.

Kritik an einem angeblichen Vorschlag – der nach Angaben aus der Stadt nicht existiert
Von dort aus geht Frederiksen auf die Frage ein, ob Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeheimen das Fleisch erhalten, das sie möchten. Sie schreibt dabei sinngemäß, dass es „falsch“ sei, wie die Diskussion in Kopenhagen geführt werde.

Den entscheidenden Streitpunkt liefert jedoch eine Rückmeldung aus der Stadtverwaltung: Laut der Oberbürgermeisterin von Kopenhagen, Sisse Marie Welling, gebe es keinen Vorschlag, bei dem Fleisch aus dem Speiseplan der Kopenhagener Pflegeheime gestrichen werden solle.

Welling erklärte dazu, es sei „einfach nicht richtig“, dass ein entsprechender Plan existiere, und betonte zugleich, dass ältere Menschen selbstverständlich das Essen bekommen müssten, das sie kennen und mögen.

Wie Speisepläne nach Angaben der Stadt geregelt sind
Welling verwies außerdem auf die Zuständigkeiten in der Praxis: Pflegeheime könnten demnach selbst entscheiden, wie der Speiseplan gestaltet werde und wie viel Fleisch serviert werde. So sollten Bedürfnisse und Wünsche der Seniorinnen und Senioren berücksichtigt werden.

Weitere Kritik: Debatte „abgekoppelt“ von der Realität
Auch aus dem Umfeld der Gemeindepolitik kommt Widerspruch: Jakob Skyggebjerg Kjær (Radikale Linke) – Mitglied des Sozialausschusses sowie des Gesundheits- und Pflegeausschusses der Gemeinde – lehnt Frederiksens Darstellung ebenfalls ab.

Kjær argumentiert unter anderem mit Zahlen aus einer Umfrage unter Bewohnern von Pflegeheimen im Gemeindegebiet. Danach sei die Zufriedenheit mit dem Essen insgesamt hoch. Gleichzeitig unterscheide sich demnach die konkrete Wunschrichtung:

Laut Kjær hätten doppelt so viele ältere Menschen den Wunsch nach mehr Gemüse (beispielhaft nennt er extra Blumenkohl) als nach mehr Fleisch.

Die Debatte um „Fleisch in Pflegeheimen“ bekommt damit eine neue Dimension: Während Regierungschefin Frederiksen in ihrem Beitrag ein angeblich falsches Vorgehen kritisiert, widersprechen hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung und verweisen darauf, dass ein entsprechender Vorschlag nicht existiere und die Speisepläne vor Ort flexibel geregelt seien.

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