Kopenhagen – Die Terrorgefahr für Dänemark bleibt weiterhin ernst. Das Bedrohungsbild hat sich jedoch durch die aktuellen globalen Konflikte verändert, teilte der dänische Polizeinachrichtendienst (PET) am Freitag mit.In seiner aktuellen „Bewertung der Terrorgefahr für das Königreich Dänemark“ stuft das Zentrum für Terroranalyse die Gefahr weiterhin auf Stufe vier von fünf ein. „Die Terrorgefahr für Dänemark und dänische Interessen im Ausland ist weiterhin ernst“, heißt es in der Pressemitteilung.Die weltweite Sicherheitslage ist 2026 weiterhin von erheblichen Unruhen geprägt. Der anhaltende Krieg in der Ukraine sowie der Großangriff der USA und Israels auf den Iran haben den Nahen Osten destabilisiert und den Weltfrieden nicht näher gebracht. Diese Entwicklungen wirken sich unmittelbar auf die Terrorgefahr in Dänemark aus.„Neben ideologisch motivierten Terrorgruppen und Einzelpersonen ist das Bedrohungsbild insbesondere durch staatliche Akteure, kriminelle Netzwerke sowie Einzelpersonen und kleinere Gruppen geprägt, die durch Einzelfälle oder persönliche Umstände motiviert sind“, schreibt der PET.Während die Bedrohung seit vielen Jahren vor allem von nichtstaatlichen Akteuren ausging, verfolgen nun zunehmend auch staatliche Akteure Ziele mit terroristischen Mitteln. Besonders besorgniserregend sei dabei der mögliche Einsatz von Kriminellen als Stellvertreter, der die Bedrohung unberechenbarer mache.Iran als zentrale staatliche BedrohungDer PET sieht vor allem einen staatlichen Akteur als besonders gefährlich ein: den Iran. „Wir gehen davon aus, dass dies insbesondere für den Iran gilt, der eine Bedrohung für israelische und jüdische Interessen sowie für bestimmte iranische Dissidenten in Europa, darunter Dänemark, darstellt“, heißt es in dem Bericht.PET-Chef Finn Borch Andersen ergänzt: „Die Bedrohung durch den Iran geht von den iranischen Geheimdiensten aus, die sowohl kriminelle Netzwerke nutzen als auch in Europa Agenten rekrutieren, um Anschläge zu planen und auszuführen.“Seit Beginn des Konflikts zwischen Iran und Israel habe sich die Bedrohungslage in Dänemark spürbar verändert. Auch der Konflikt im Gazastreifen trage weiterhin zur Mobilisierung potenzieller Täter bei, sowohl bei spontanen als auch bei geplanten Gewalttaten.Islamisten und Rechtsextremisten bleiben größte HerausforderungTrotz der wachsenden Rolle staatlicher Akteure stellen ideologisch motivierte Gruppen weiterhin die größte Sicherheitsbedrohung dar. „Obwohl staatliche Akteure eine zunehmende Rolle spielen, haben mehrere Anschläge im Westen im vergangenen Jahr leider auch gezeigt, dass klassische Bedrohungsakteure wie militante Islamisten und Rechtsextremisten weiterhin zu den größten Herausforderungen in der Bedrohungslage zählen“, so PET-Leiter Finn Borch Andersen.