Nemesis på sønderjysk

Manchmal hört man herzzerreißende Geschichten darüber, wie angeblich wohlmeinende dänische Lehrer und andere gute Menschen früher versuchten, südjütländische Schulkinder dazu zu bringen, die südjütländische Sprache abzulehnen und stattdessen Dänisch zu lernen.

Aber das hätten sie niemals tun sollen! Die Menschen in Südjütland haben sich auf schreckliche Weise gerächt.

Sie wollen selbst entscheiden, wie sie Dinge sagen und somit auch schreiben.

Einer der Bereiche, in denen dies für Nicht-Südjütländer am deutlichsten wird, sind die Ortsnamen – also die Namen der Städte; ein Dorf in Südjütland heißt so, wie die Leute es sich vorstellen. Hier ein Beispiel: Angenommen, Sie wohnen in Rødovre und haben ein Bed & Breakfast in Fauderup bei Ravsted gebucht (zugegeben, ein etwas ausgedachtes Beispiel – aber im Prinzip schon), dann werden Sie es wahrscheinlich nie erfahren … Sie geben ahnungslos und leichtgläubig die Adresse aus Ihrer Buchung in Ihr VW-Navigationsgerät ein: Fauderup. Das Navi schlägt Ihnen daraufhin einige Ziele in Nordirland und Frankreich vor. Sie wundern sich.
Sie versuchen es mit Google Maps, das Ihnen Fogderup vorschlägt, aber das ist ja nicht Ihr Ziel. Sie beschließen, Richtung Ravsted zu fahren und schauen, ob Fauderup nicht doch noch auftaucht, wenn Sie näher kommen.

Sie sehen Straßenschilder für Foverup und Fogderup und fragen sich, warum die Dörfer in der Gegend so ähnlich klingende Namen haben. Vielleicht haben Sie ja Glück und kommen aus einer Gegend, wo die Ortsschilder tatsächlich nach Fauderup weisen?

Vielleicht finden Sie es nie heraus, aber müssen Sie in einem Hotel in Aabenraa übernachten?

Oder vielleicht entdecken Sie, dass ein Dorf mit weniger als 100 Einwohnern durchaus einen Namen haben kann, der auf drei verschiedene Arten geschrieben wird.
Es ist die Rache der Menschen in Südjütland: Sprache lässt sich nicht von offiziellen Karten und GPS einschränken.

Und entgegen aller Vorurteile, die man gegenüber dem öffentlichen Sektor haben mag, befürwortet die Straßen- und Parkabteilung der Gemeinde ausdrücklich die Anfertigung von Schildern, auf denen derselbe Ortsname unterschiedlich geschrieben wird.

In einer Zeit, in der alles standardisiert und internationalisiert wird, ist es befreiend und hoffnungsvoll, dass es auch andersherum gehen kann.

Wo menschliche Kreativität und die Sehnsucht nach Identität den Asphalt durchbrechen.
Sprache und Namen sind Herzensangelegenheit. Sie sagen uns, wer wir sind. Dass wir von einem Ort kommen, dessen Namen wir selbst am besten kennen.

Und es steht niemandem zu, darüber zu entscheiden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert