Kolding: Marianne Munk war jedoch vor allem als engagierte Aktivistin im ehrenamtlichen sozialen Bereich bekannt, insbesondere für ihren Einsatz für Frauen und gegen sexuelle Gewalt. Sie verstarb kürzlich nach langer Krankheit.
Im Namen der Gruppe „8. März“ in Kolding, einem Zusammenschluss von Vertretern der Gewerkschaftsbewegung, politischer Parteien, Freiwilligenorganisationen, ethnischen Vereinigungen und Einzelpersonen, verfasst Lis Ravn Ebbesen diese Gedenknachricht für Marianne Munk, die kürzlich nach langer Krankheit verstorben ist.
Marianne Munk wurde 1938 geboren und war eine bekannte Persönlichkeit in Kolding.
Sie war ausgebildete Bibliothekarin und von 1972 bis 2004 Abteilungsleiterin der Koldinger Bibliothek.
Bekannt wurde Marianne Munk jedoch vor allem als engagierte Aktivistin im ehrenamtlichen sozialen Bereich. Für ihr Engagement erhielt Marianne 2014 die wohlverdiente Auszeichnung „Ehrenamtliche des Jahres“.
Marianne war tief in der Frauenbewegung verwurzelt. Sie glaubte an flache Hierarchien, gemeinsame Treffen und den offenen Dialog. Gemeinsam mit Gleichgesinnten initiierte sie 1981 das Frauenhaus Kolding. Damals zählte das Haus 100 Ehrenamtliche und wurde durch monatliche Treffen organisiert. Marianne engagierte sich ehrenamtlich und war von 2000 bis 2007 Vorsitzende und anschließend Vorstandsmitglied.
Das Frauenhaus wurde vom Landkreis und der Stadt Kolding finanziert. Als der Landkreis das Haus aufgrund einer Fehlbesetzung der Leitung und daraus resultierender finanzieller Fehlentscheidungen schließen musste, mobilisierte Marianne die ehemaligen Bewohnerinnen und erreichte die Wiedereröffnung. Die Stadt Kolding erkannte den Bedarf an der Einrichtung und schätzte Mariannes Kompetenzen und ihr Netzwerk sehr. Das Frauenhaus heißt heute Krisenzentrum Kolding und hat seinen Standort gewechselt.
Von Beginn an engagierte sich Marianne im Frauenhaus und setzte sich aktiv gegen Inzest und sexuelle Übergriffe ein. Sie trug maßgeblich dazu bei, das Thema in Kolding Selvhjælp auf die Tagesordnung zu setzen, wo sie 2003 den Vorsitz von Frivillig Kolding / Kolding Selvhjælp übernahm. Ein von der Gemeinde initiiertes Projekt zur Schaffung eines professionelleren Vorstands scheiterte jedoch vollständig. Es ließ sich nicht mit der flachen Hierarchie vereinbaren, in der die ehrenamtlichen Entscheidungsträger die Entscheidungen trafen. Marianne blieb bis 2019 Vorsitzende.
Neben Gesprächen mit Betroffenen sexuellen Missbrauchs sensibilisierte Marianne die Gemeinde Kolding für die häufigen Spätfolgen und die menschlichen Kosten, die sexueller Missbrauch für die Betroffenen mit sich bringen kann. Sie organisierte außerdem den jährlichen Tag der Sichtbarkeit, denn „Schweigen ist schädlich!“. Darüber hinaus war Marianne Mitbegründerin und Vorsitzende der Nationalen Organisation gegen sexuelle Gewalt (LMSO).
Seit den 1980er Jahren organisierte die Frauenbewegung die ersten Treffen am 8. März. Marianne war natürlich auch hier aktiv. Da der Internationale Frauentag einige Jahre lang nicht begangen worden war, gründete sie 2010 eine neue „8. März-Gruppe“.
Wir sind Marianne und ihrem Einsatz für Frauen zu großem Dank verpflichtet.
Das Andenken an Marianne sei gewahrt.