Ein schwerer Drogenfall hat nach der Verhandlung eine unerwartete Wendung genommen. Die Mutter äußerte sich scharf gegenüber ihrer Tochter. Im Gerichtssaal in Holbæk erklärte eine 24-Jährige, warum sie und ihre Mutter im vergangenen Jahr mit ihren kleinen Kindern auf dem Rücksitz die dänisch-deutsche Grenze überquerten.
Beide Frauen sind angeklagt, im August und erneut im November des vergangenen Jahres insgesamt 67,2 Kilogramm Kokain von Deutschland nach Dänemark geschmuggelt zu haben.
Beide befinden sich seit dem 3. November in Untersuchungshaft.
Laut Anklageschrift schmuggelten die beiden Frauen am 18. August mindestens 30 Kilogramm Kokain in einem versteckten Fach im Peugeot 5008 der 24-Jährigen ins Land.
Der zweite Vorfall ereignete sich am 2. November, als die beiden Frauen 37,2 Kilogramm Kokain aus Deutschland über die Grenze schmuggelten. Noch am selben Tag wurden sie festgenommen.
In beiden Fällen befanden sich die drei Kinder der Frauen unter zehn Jahren im Auto.
Die 24-jährige Tochter plädierte im Fall vom 18. August auf nicht schuldig, räumte jedoch im Fall vom 2. November eine Teilschuld ein.
Die 46-jährige Mutter plädiert in beiden Anklagepunkten auf nicht schuldig.
„Meine Mutter wusste nicht, dass sich Kokain im Auto befand“, betonte die Tochter in ihrer Aussage.
Als die Staatsanwältin die Aussage der Mutter aus der Anhörung vor dem Verfassungsgericht verlas, wurde deutlich, dass sie sich von ihrer Tochter ausgenutzt und betrogen fühlte.
Laut den beiden Frauen handelte es sich bei den Reisen nach Deutschland um sogenannte „Vergnügungsreisen“, bei denen sie unter anderem in den Geschäften Primark und Fleggaard einkaufen wollten.
Die Tochter erklärte, dass das am 2. November im Auto gefundene Kokain einen Monat vor der Reise nach Deutschland dort deponiert worden war.
Die Deponierung erfolgte in Sæby. Sie gab an, nichts von den versteckten Räumen gewusst zu haben und wollte sich nicht dazu äußern, wer die Drogen dort platziert hatte.
Das Kokain sollte anschließend nach Lolland gefahren werden, doch die 24-Jährige kam kurz darauf in eine Notunterkunft und konnte die Fahrt daher nicht mehr durchführen. Dort vergaß die Tochter, dass die Drogen im Auto waren.
Sie betonte, dass sich das Kokain bereits vor der Reise nach Deutschland im Auto befand.
Während der Gerichtsverhandlung werden mehrere abgehörte Zimmer- und Telefongespräche von der Autofahrt im November abgespielt. Staatsanwalt Andreas Dahl fragt in diesem Zusammenhang, was gemeint sei, wenn gesagt werde, die Mutter fahre mit, „damit es eher wie ein Familienausflug aussieht“.
Die Tochter erklärt daraufhin, sie habe befürchtet, die Gemeinde würde ihr die Kinder wegnehmen, wenn sie zu sehr betreut würden.
Der Staatsanwalt präsentiert außerdem mehrere Bilder von Geldscheinen, die die 24-Jährige auf Snapchat gespeichert hat.
Die Tochter erklärt, das Geld stamme aus Sugar-Dating, wo sie gegen Bezahlung mit verschiedenen Männern ausgegangen sei.
Der Prozess gegen die beiden Frauen wird am Freitag fortgesetzt. Ein Urteil wird am 31. August erwartet.