Dänemark stand mehrmals kurz davor, die Kontrolle über das Spiel gegen Frankreich zu verlieren, konnte aber in einem dramatischen Schlussspurt noch den Sieg sichern.
In der zweiten Halbzeit ging es sehr eng zu, doch eine herausragende Leistung von Emil Nielsen im dänischen Tor gab schließlich den Ausschlag.
Die dänischen Handballmeister gewinnen somit nach einem nervenaufreibenden Spiel mit 32:29 gegen Frankreich.
Damit bleiben die Chancen auf den Einzug ins Halbfinale der Europameisterschaft gut.
Die Tribüne in Herning bebte über weite Strecken des Spiels, in dem Dänemark trotz Konzentrationsschwächen und Fehlern vom dänischen Publikum lautstark unterstützt wurde.
Nach dem Spiel sagte der Däne Nikolaj Jacobsen gegenüber TV 2, dass ihm das Spiel schwergefallen sei.
„Ich denke, wir haben im Großen und Ganzen guten Handball gespielt, aber es war auch ungewöhnlich, dass wir so viele technische Fehler gemacht haben. Mehr als sonst, und ich möchte diese Fehler abstellen, bevor ich mich richtig entspannen kann“, sagte er gegenüber TV 2.
Nikolaj Jacobsen ist sicherlich nicht der einzige Däne, der nicht völlig gelassen ist, denn es war ein sehr dramatisches Spiel.
Die erste Halbzeit war von zwei starken Abwehrreihen geprägt, die den Torhütern gute Bedingungen boten. Deshalb fielen 30 Minuten lang nur wenige Tore.
Dänemark tat sich schwer, Lücken in der kompakten und körperlich sehr starken französischen Abwehr zu finden, die insbesondere Mathias Gidsel gut im Griff hatte.
Er wollte die dänische Mannschaft auf seinen westjütländischen Schultern tragen, aber er hatte nicht das volle Glück. Nach zehn Minuten hatte es erst zwei dänische Tore gegeben, und Frankreich führte 4:2.
Der Respekt zwischen den beiden Mannschaften war enorm, und es wirkte wie ein Duell, bei dem es darum ging, die gegnerische Abwehr durch ständiges Pressing so weit wie möglich zu zermürben.
Ein Platzverweis der Franzosen wurde von Dänemark zum 5:4 genutzt, doch im Sechs-gegen-Sechs-Spiel hielten sich die Mannschaften die Waage.
Mitte der ersten Halbzeit sah Nikolaj Jacobsen nach einem Foul die Gelbe Karte, nachdem Dänemark sich zeitweise unterlegen gefühlt hatte. Der dänische Nationaltrainer schien im Recht zu sein.
Frankreich lag die meiste Zeit der ersten Halbzeit leicht vorn und führte zur Pause mit 12:11.
Dänemark vergab gegen Portugal einige Elfmeter, was sich als kostspielig erwies. Als Emil Jakobsen zu Beginn der zweiten Halbzeit Dänemarks zweiten Elfmeter aus sieben Metern vergab, befürchtete Nikolaj Jacobsen wohl, dass ihm dies erneut zum Verhängnis werden könnte.
Doch Mathias Gidsel fand seinen Rhythmus im Angriff, während die französische Abwehr zunehmend erschöpft wirkte. Nach knapp neun Minuten überquerte er die Linie und brachte Dänemark mit 17:16 in Führung.
Die dänische Abwehr stand vor Emil Nielsen weiterhin sehr sicher, der auch einige Glanzparaden zeigte.
Man spürte, dass Dänemark das Momentum auf seiner Seite hatte, als Gidsel im Konter auf 19:17 erhöhte. Frankreich musste eine Auszeit nehmen, und die dänischen Spieler heizten der Halle ordentlich ein.
Als Emil Nielsen kurz darauf einen Freiwurf ausführte, schien es für Dänemark gut zu laufen, doch einige vergebene Freiwürfe verhinderten, dass sie die französische Abwehr überwinden konnten.
Der Schwung verpuffte, und nach einigen vergebenen Freiwürfen und technischen Fehlern lag Frankreich plötzlich mit 23:21 in Führung. Nikolaj Jacobsen war außer sich und nahm zwölf Minuten vor Schluss eine Auszeit.
Mit einer offensiven Verteidigung versuchte Jacobsen, den französischen Angriff zu stören, und ein wie verwandelt wirkender Emil Jakobsen konnte plötzlich auf dem Flügel, im Konter und im Laufspiel agieren.
Er brachte Dänemark auf 27:26 heran, und das Momentum kippte wieder zu Dänemarks Gunsten. Offensiv wurden Lösungen gefunden, unter anderem durch Lasse Anderssons Einwechslung, und drei Minuten vor Schluss erzielte Simon Pytlick mit einem Treffer den 29:27-Anschlusstreffer. Der Sieg war in der Luft.
Und wenn es darauf ankommt, ist es gut, die Besten der Welt dabei zu haben. Gidsel trug Dänemark erneut im Alleingang und entschied die Partie mit zwei wichtigen Toren in der Schlussphase.