Verwirrung um neuen Marathon in Aarhus: Zwei Veranstalter werben um die 42,195 Kilometer

Aarhus. In Aarhus sorgt die Idee eines neuen Stadtmarathons für Gesprächsstoff. Gleich mehrere Veranstalter haben das Ziel, nach fast zwei Jahrzehnten wieder einen Lauf über die traditionellen 42,195 Kilometer in der zweitgrößten dänischen Stadt zu etablieren. Während ein lokaler Verein den Marathon als gemeinsames Zukunftsprojekt in den Raum stellt, kündigt ein weiterer Akteur bereits ein konkretes Datum an – und das zwischenzeitlich öffentlich ausgelöste Durcheinander wirft Fragen nach einer möglichen Zusammenarbeit auf.

Marathon seit 2007 nicht mehr möglich

Aarhus wartet seit langer Zeit auf die Rückkehr des Marathons. Laut JyllandsPosten war der Aarhus-Marathon zuletzt vor fast 19 Jahren möglich: 2007 wurde der Lauf endgültig abgesagt, nachdem der Verein Aarhus 1900 den Marathon über 32 Jahre organisiert hatte.

Damit ist die aktuelle Debatte für viele Laufbegeisterte in Aarhus auch mehr als nur sportliche Planung: Für viele geht es um die Rückkehr eines lange vermissten Stadt-Highlights.

Aarhus Movement prüft Marathon – 2027 als Wunsch

Ein erster Impuls kam vom Verein Aarhus Motion (u. a. verbunden mit „Aarhus Movement“), der in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert. In einer Pressemitteilung wurde angekündigt, die Möglichkeit zu prüfen, in Aarhus wieder einen Marathon auszurichten.

Als Perspektive wurde bereits 2027 genannt. Sportdirektorin Jeanette Boye Sørensen erklärte dabei, man spüre große Begeisterung für das Laufen in Aarhus und Umgebung. Ziel sei es, „noch mehr Erlebnisse zu schaffen, bei denen Menschen sich über Bewegung, Gemeinschaft und große persönliche Ziele austauschen“. Eine finale Entscheidung über die Austragung liege jedoch noch nicht vor. Zunächst müsse die Idee mit relevanten Akteuren aus Stadt, Wirtschaft, Kultur und Sport weiterentwickelt werden.

Aarhus Movement führt zudem aus, dass der Verein bereits mit vielen Sportformaten eine große Zahl an Teilnehmenden erreicht – etwa bei DHL Stafetten Aarhus oder dem Bestseller Aarhus City Half.

Strata Endurance Events nennt Termin und will „zurück nach Aarhus“

Parallel zu den Planungen von Aarhus Motion kündigte am Freitag ein weiterer potenzieller Veranstalter an, den Marathon in Aarhus zurückholen zu wollen: Strata Endurance Events. Das Unternehmen steht ebenfalls hinter dem Royal Copenhagen City Half.

Laut TV 2 Kosmopol hatte es bei diesem Lauf zuvor Kritik gegeben. Mehrere Teilnehmer berichteten unter anderem, dass es entlang der Strecke keine verlässlichen Wasserstationen und Toiletten gegeben habe und zudem einige Stunden auf ihr Gepäck gewartet werden musste.

Ungeachtet dessen will Strata Endurance Events nun einen Lauf veranstalten, der – bezogen auf die Distanz – doppelt so groß wie der Royal Aarhus City Marathon sein soll. In einer Pressemitteilung heißt es, die Vorbereitungen liefen bereits auf Hochtouren: Strecke ausgearbeitet, Termin festgelegt und die Anmeldung eröffnet.

Geplant ist ein Marathon am Sonntag, 10. Oktober 2027 – Start und Ziel am ARoS. Das gab Unternehmensgründer Peter Hjorth bekannt.

Antrag eingereicht – Genehmigung steht aus

Obwohl in der Kommunikation von Strata Endurance Events davon gesprochen wird, der Marathon „kehre nach Aarhus zurück“, ist die Veranstaltung bislang nicht offiziell abgesichert. Denn: Strata Endurance Events habe den Antrag bei der Stadt Aarhus sowie bei der Polizei Ostjütland eingereicht, eine Genehmigung liege jedoch noch nicht vor.

Keine Zusammenarbeit – Treffen abgesagt

Besonders heikel ist die Frage, wie sich die Pläne von Strata Endurance Events zu den Vorstellungen von Aarhus Motion verhalten. In der Pressemitteilung wird außerdem erwähnt, Strata Endurance Events habe mehr als 25 Lauf-, Sport- und Wassersportvereine aus Aarhus eingeladen, gegen eine Gebühr als Streckenposten zu fungieren.

Zudem war laut Aussagen von Aarhus Motion ursprünglich ein Treffen mit Strata Endurance Events für den Montag geplant – dieses Treffen soll jedoch nicht stattfinden. Jeanette Boye Sørensen erklärte, man habe sich entschieden, es abzusagen. Angesichts der Entwicklungen der letzten Tage erscheine es „nicht mehr wahrscheinlich, dass wir eine vertrauensvolle Zusammenarbeit im Rahmen eines Marathons in Aarhus initiieren können“. Hintergrund seien zu unterschiedliche „Werte und Herangehensweisen“.

Auf die Frage, ob Aarhus Motion grundsätzlich offen für eine Zusammenarbeit sei, antwortete sie ausdrücklich: „Wir sind an einer Zusammenarbeit mit Strata Endurance Events im Rahmen eines Marathons nicht interessiert.“

Offene Fragen bleiben

Während Aarhus Motion die Idee eines Marathons weiter prüfen will und Strata Endurance Events mit einem konkreten Datum an die Öffentlichkeit geht, bleibt derzeit unklar, wie sich die Situation organisatorisch und politisch entwickelt. Fest steht bislang: Mehrere Akteure werben um denselben Veranstaltungsspielraum – und eine einheitliche Linie für den Marathon in Aarhus ist noch nicht erkennbar.

(Quellen: Bezüge im Text: u. a. JyllandsPosten, TV 2 Kosmopol.)

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