Justizministerium kündigt umfassende Umstrukturierung der Polizeiführung an

Kopenhagen – Nach massiver Kritik am Umgang der dänischen Polizei mit eingestellten Strafverfahren leitet das Justizministerium eine weitreichende Neuaufstellung der Führungsspitze ein. Mehrere hochrangige Positionen in der Nationalpolizei, dem Polizeinachrichtendienst PET und regionalen Polizeidirektionen werden neu besetzt.

Wie das Justizministerium am Dienstag mitteilte, sollen die personellen Veränderungen eine „optimale Führung für die anstehenden Aufgaben“ der Polizei sicherstellen. Justizminister Nicolai Wammen (S) erklärte: „Ich wollte das bestmögliche Team für die anstehenden Aufgaben der Polizei zusammenstellen.“ Wammen betonte zugleich, die Umstrukturierung sei auch eine direkte Reaktion auf die scharfe Kritik des Nationalen Rechnungshofs am Umgang mit eingestellten Verfahren, die er „sehr ernst“ nehme.

Zentrale Personalwechsel

Die bedeutendste Veränderung betrifft die Spitze der Nationalpolizei: Generalstaatsanwalt Lasse Boje Nielsen wird neuer Polizeichef. Sein Vorgänger Thorkild Fogde wechselt auf den Posten des Polizeidirektors der Polizeiregion Kopenhagen-West.Beim Polizeinachrichtendienst PET übernimmt Rasmus Kieffer-Kristensen die Leitung von Finn Borch Andersen. Der bisherige PET-Chef bleibt Polizeidirektor der Kopenhagener Polizei.Darüber hinaus kommt es in folgenden Polizeiregionen zu Führungswechseln:

  • Polizei Ostjütland
  • Polizei Süd- und Südjütland
  • Polizei Südseeland und Lolland-Falster
  • Polizei Fünen

Die personelle Neuaufstellung erfolgt nur wenige Wochen, nachdem der dänische Rechnungshof und die staatlichen Rechnungsprüfer die Polizei für ihren Umgang mit abgeschlossenen und eingestellten Verfahren scharf kritisiert hatten. Bereits vergangene Woche hatten mehrere Justizsprecher des Folketing erklärt, sie hätten kein Vertrauen mehr in den damaligen Polizeichef Thorkild Fogde.

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