Kiel – Bei anhaltend hohen Temperaturen im Sommer warnen Tiergesundheits- und Ordnungsbehörden sowie Tierschutzorganisationen erneut eindringlich Hundebesitzer: Extrem heiße Bürgersteige und Gehwege können die Pfoten von Hunden ernsthaft verletzen. Besonders in den Mittags- und Nachmittagsstunden kann sich der Untergrund so stark aufheizen, dass bereits kurze Kontaktzeiten zu Verbrennungen führen. Derzeit sind Temperaturen von 57 Grad Celsius auf Gehwegen in den Städten keine Seltenheit.
Warum Bürgersteige zur Gefahr werden
Während die Lufttemperatur für viele bereits deutlich spürbar ist, heizen sich Pflaster, Asphalt und Plattenwege zusätzlich auf. Der Boden kann dadurch deutlich heißer sein als die Umgebungsluft – insbesondere in der Sonne und auf dunklen Flächen. Hunde laufen auf empfindlichem Pfotenmaterial; Hitze kann zu Schmerzen, Entzündungen und im schlimmsten Fall zu Verbrennungen führen.
Warnzeichen bei Hundepfoten
Betroffene Tiere zeigen häufig:
Hinken oder plötzliche Gangunruhe
Schonhaltung, häufiges Lecken an den Pfoten
Rötungen, Blasen oder wunde Stellen
Schmerzen beim Auftreten oder „Ausweichen“ auf Schattenbereiche
Was Hundebesitzer jetzt beachten sollten
Zur Vorbeugung raten Experten, folgende Maßnahmen umzusetzen:
Gassi-Zeiten verlegen: Spaziergänge möglichst in die kühlen Morgen- und Abendstunden legen.
Boden-Check durchführen: Ein einfacher Test ist, die Hand kurz auf den Gehweg zu halten. Ist es zu heiß für die Hand, ist es in der Regel auch zu heiß für Hundepfoten.
Schatten nutzen und Wege planen: Lieber über schattige Strecken laufen, nicht über stark aufgeheizte Plätze.
Pausen einplanen: Bei Hitze kurze Wege und häufiger Wasser- und Ruhepausen.
Schutz erwägen: Pfotenschuhe oder Pfotenschutz-Cover können je nach Situation zusätzlich helfen.
Nach dem Spaziergang prüfen: Pfoten kontrollieren und bei Anzeichen von Verletzungen reagieren.
Sofortmaßnahmen im Ernstfall
Wenn Hunde nach dem Gehen Schmerzen zeigen oder Pfoten auffällig reagieren, sollte der Untergrund sofort gemieden und der Hund in kühlen, schonenden Bereichen bewegt werden. Bei sichtbaren Verletzungen oder anhaltenden Beschwerden ist tierärztliche Abklärung dringend empfohlen.
Aufruf an die Bevölkerung
„Gerade in den Sommermonaten passiert die Gefahr oft unbemerkt“, so die Botschaft der Fachleute. „Mit ein paar einfachen Vorsichtsmaßnahmen lassen sich schmerzhafte Verletzungen vermeiden.“
Verantwortliche Stellen appellieren daher an alle Hundebesitzer, die Warnungen ernst zu nehmen und ihre Wege konsequent an die Hitze anzupassen.
Hinweis: In akuten Fällen (starke Schmerzen, offene Wunden, Blasen) sollte umgehend eine tierärztliche Praxis kontaktiert werden.