Kopenhagen/Lejre – Der ehemalige dänische VENSTRE-Spitzenpolitiker Jens Hald (58) steht vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem früheren Liberalen-Parlamentsabgeordneten und Bürgermeister schwere Körperverletzung an seiner Ex-Partnerin vor. Der Vorfall soll sich unter dramatischen Umständen auf der Autobahn Køge Bugt ereignet haben.
Laut der veröffentlichten Anklageschrift begann der Streit im fahrenden Auto. Hald soll versucht haben, den Kopf der Frau gegen das Armaturenbrett zu schlagen. Anschließend fuhr er auf den Standstreifen, löste ihren Sicherheitsgurt und stieß sie aus dem noch rollenden Fahrzeug. Die Frau blieb demnach im Sicherheitsgurt hängen und wurde etwa 100 bis 200 Meter hinter dem Auto hergeschleift, bevor sie sich befreien konnte. Sie erlitt Schürfwunden und Prellungen.
Der 58-Jährige bestreitet die Vorwürfe vollständig. Sein Verteidiger Anders Nemeth erklärte gegenüber der dänischen Zeitung B.T.: „Er plädiert auf nicht schuldig. Darüber hinaus habe ich keine weiteren Kommentare.“Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich um einen weiteren Gewaltausbruch in derselben Beziehung handelt. Hald soll die Frau bereits 2022 am Hals gepackt und gegen ein Treppengeländer gedrückt haben. Zusätzlich zur schweren Körperverletzung wird ihm ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung vorgeworfen, unter anderem wegen unterlassener Hilfeleistung, da er nach dem Vorfall nicht angehalten haben soll.
Langjährige politische Karriere
Jens Hald gehörte von 1994 bis 2007 dem dänischen Parlament (Folketing) an und war dort unter anderem als Berichterstatter für Wirtschafts- und Außenpolitik sowie als Vorsitzender des außenpolitischen Ausschusses tätig. Zuvor saß er von 1993 bis 2001 im Stadtrat von Roskilde. Von 2002 bis 2006 war er Bürgermeister der Gemeinde Lejre.Der Prozess gegen den ehemaligen liberalen Politiker soll Ende Juni beginnen.