Chaos, Gewalt und Tote nach Rücksendung von Flüchtlingen

An einer der südlichen EU-Außengrenzen kam es zu gewalttätigen Szenen.

Viele Tausend Migranten versuchten hier, die Grenze zur spanischen Exklave Ceuta auf dem afrikanischen Kontinent zu überqueren.

Viele wurden zurückgeschickt, und nun gibt es Berichte über Gewalttaten, die sich in den vergangenen chaotischen Tagen ereignet haben.

Mindestens 70 Personen wurden in Marokko wegen ihrer Beteiligung an tödlichen Vorfällen festgenommen, die sich ereigneten, als mehr als 56.000 Menschen die Grenze irregulär nach Ceuta überquerten.

Gegen die Festgenommenen wird unter anderem wegen versuchten Mordes, Brandstiftung und Sachbeschädigung an öffentlichem und privatem Eigentum ermittelt.

Dies berichtet die spanische Nachrichtenagentur EFE.

Die Anklagen erfolgten im Anschluss an eine Auseinandersetzung, die sich am frühen Freitagmorgen in den Hügeln nahe des Grenzübergangs auf marokkanischer Seite ereignete.

Hier hatten kleinere Gruppen marokkanische Sicherheitskräfte überfallen und mehrere Fahrzeuge in Brand gesetzt.

Auf marokkanischer Seite herrschte große Unruhe, nachdem Tausende Menschen über die Grenze zurückgeschickt worden waren.

Unter anderem blieben in der Grenzstadt Fnideq mit ihren 80.000 Einwohnern Geschäfte, Restaurants und Banken geschlossen. Grund dafür waren Befürchtungen vor gewaltsamen Auseinandersetzungen.

Marokko hat keine offiziellen Zahlen zu der Krise veröffentlicht. Weder die Zahl der Vermissten noch die der Toten auf marokkanischem Gebiet wurde bekannt gegeben.

Mehrere lokale Medien berichten jedoch von mindestens zwei Todesopfern: einem jungen Mann, der bei Zusammenstößen mit der Polizei ums Leben kam, und dem Fahrer eines Busses, der in der Nähe des Grenzübergangs nach Ceuta in Brand gesetzt wurde.

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