Bergen (Norwegen)– Im Rahmen eines Treffens der The Nordic Arbortum Commitee wurde in der vergangenen Woche Bergen als Veranstaltungsort gewählt. Neben dem fachlichen Austausch blieb während des Aufenthalts auch Zeit, die regionale Pflanzenwelt in den umliegenden Bergen genauer zu betrachten.
Die klimatischen Bedingungen rund um Bergen zeichnen sich durch besondere Milde und eine ausgeprägte Regenneigung aus. Trotz der rund 350 Kilometer nördlich des dänischen Festlandes vergleichbaren Breite werden in Bergen ähnliche klimatische Verhältnisse beobachtet wie im Raum Kolding – mit dem entscheidenden Unterschied, dass deutlich mehr Niederschlag fällt. Im Jahresmittel kann Bergen dabei sogar mit tropischen Monsunregionen mithalten.
Saure Böden und heideähnliche Vegetation
In den Bergregionen um Bergen sind die Böden überwiegend sauer. Wird man in Höhenlagen vorangetrieben, in denen weniger Bäume wachsen, erinnert die Vegetation in Teilen an dänische Heideflächen. Besonders häufig werden dort unter anderem Heidelyng, Blaubeeren, Brombeeren (Sortbær) sowie Wacholder (Eneberg) angetroffen.
Gleichzeitig treten auch Pflanzenarten auf, die in Dänemark nicht in dieser Vielfalt oder in dieser Form vorkommen. Dazu zählen vor allem Multebær (Preiselbeer-/Moltebeeren-Verwandte, lokal in kleinen Beständen auch aus Dänemark bekannt), kriechender Fjeldris (Kalmia procumbens) sowie die Stenbræk bzw. Felsen-Steinbrechart (Saxifraga cotelydon), die im Zusammenhang auch als Bjergfrue („Bergfrau“) bezeichnet wird.
Bergarten in der Übersicht: Berglöwfuß und Rosenwurz
Zu den auffälligen Vegetationsformen gehört außerdem der Berglöwfuß (Alchemilla alpina), eine Verwandte des in Gärten weit verbreiteten Löwenzahns/Löwfußes (Alchemilla), der jedoch meist kleiner wächst und sich weniger stark selbst aussät. Beobachtet wurde zudem eine einzelne Rosenrod (Rhodiola rosea).
Die Rosenrod ist keine klassische Gartenpflanze. Eine Verwandtschaft zu Rosen besteht nicht – die Bezeichnung leitet sich vielmehr von einer möglichen Ähnlichkeit der Wurzel ab. Bekannt ist die Art vor allem als häufig verwendete Pflanze in Kräuter-/Nahrungsergänzungsmitteln. Medizinische Anwendungen reichen Berichten zufolge bis ins Mittelalter zurück.
Anbau in dänischen Gärten möglich
Mehrere der beschriebenen Arten gelten als geeignet für den Anbau in dänischen Gärten, insbesondere in Böden mit niedrigem pH-Wert und bei ausreichend Sonne und Licht. Einige Pflanzen sollen sogar in normaler Gartenerde gedeihen können.
Im Rahmen der geografischen Gartengestaltung (Geografisk have) sind zwar weniger spezielle Klein- und Bergpflanzen vertreten, jedoch gibt es auch konkrete Beispiele: Der Berglöwfuß wird im Hofbereich gezeigt, während die Rosenrod im Kräutergarten (Krydderurtehaven) zu finden ist.