Odense/Svendborg. Pendler auf der Nahverkehrsverbindung zwischen Odense und Svendborg müssen sich auf gravierende Einschränkungen einstellen. Laut Informationen der DSB (Dänische Staatsbahnen), berichtet von TV 2 Fyn, fallen sämtliche Zugverbindungen auf der Svendborg-Linie im Zeitraum vom 3. bis 18. Oktober aus.
Fahrplan: Alle Abfahrten gestrichen
Betroffen sind dabei alle Verbindungen auf der Strecke. Die Ausfälle werden nach Angaben der DSB für den gesamten Zeitraum nicht im digitalen Fahrplan (Rejseplanen) angezeigt.
Für betroffene Reisende bedeutet das: Wer regelmäßig auf der Strecke pendelt, muss während der Bauphase auf alternative Angebote ausweichen.
Schienenarbeiten als Ursache – Schienenersatzverkehr im Einsatz
Die DSB begründet die Sperrung mit Gleisarbeiten. Während des Ausfallszeitraums werden Schienenersatzverkehrsbusse eingesetzt, die den Zugverkehr ersetzen sollen.
Bereits jetzt: Weitere Fahrplanänderungen wegen fehlender Züge
Laut DSB Vores Tog gibt es zudem schon vor Beginn der vollständigen Streichungen Fahrplanänderungen, da ein Mangel an betriebsbereiten Zügen vorliegt. Betroffen sind dabei mehrere konkrete Fahrten:
Odense → Svendborg: Züge 2615, 2619 und 2829
Svendborg → Odense: Züge 2614, 2618 und 2828
Die zusätzlichen Einschränkungen hängen demnach nicht unmittelbar mit den Gleisarbeiten zusammen, sondern mit dem derzeit verfügbaren Fahrzeugbestand.
Zeitlicher Ablauf der Einschränkungen
Die Einschränkungen dauern voraussichtlich bis zum 2. Oktober. Ab diesem Zeitpunkt werden bestimmte Abendabfahrten durch Schienenersatzverkehr ersetzt. Die grundsätzlichen Zugausfälle treten dann endgültig mit Beginn der Gleisarbeiten am 3. Oktober in Kraft.
Hintergrund: Übergang der Linienverantwortung
Die DSB hat den Betrieb der Svendborg-Linie bereits am 1. September übernommen. Zuvor war der dänische Nahverkehr auf dieser Strecke durch GoCollective (ehemals Arriva) organisiert.
Ein ursprünglicher Vertrag mit GoCollective lief bis Ende 2028 und umfasste eine Option auf Verlängerung bis Ende 2030. Der damalige Verkehrsminister Thomas Danielsen (V) hatte im September 2025 angekündigt, den Betrieb von GoCollective einzustellen. Hintergrund waren laut Aussage des Ministers lange Phasen von Verspätungen und Ausfällen sowie mangelndes Vertrauen in das Unternehmen.
Im Juni wurde zudem bekannt, dass GoCollective Rechnungen in Höhe von rund 100 Millionen Kronen (fällig am 29. Juni) nicht begleichen konnte. Nach Angaben des Ministeriums für Stadtentwicklung, Land und Verkehr bestand dadurch die unmittelbare Gefahr einer Insolvenz, wodurch der Zugbetrieb in Mittel- und Westjütland sowie auf der Svendborg-Linie vollständig hätte eingestellt werden können.
Quelle: RITZAU