Nach dem Halloween-Wochenende häufen sich bundesweit und international Meldungen über manipulierte Süßigkeiten. Eltern und Kinder entdeckten in Schokoriegeln, Kaubonbons, Weingummis und Waffelschnitten spitze Metallgegenstände wie Nadeln, Nägel, Schrauben und Stecknadeln. Die Polizei ermittelt in vielen Fällen wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung und warnt vor dem unkontrollierten Verzehr.
Fälle in Deutschland
Berichte kamen aus nahezu allen Bundesländern (mit Ausnahme des Saarlands und zunächst Hamburg). Besonders häufig betroffen waren:
- Niedersachsen: In Bremervörde biss eine Neunjährige in einen Schokoriegel, in dem eine etwa fünf Zentimeter lange Stecknadel steckte. Sie verletzte sich an der Zunge. In Hannover fand ein Mädchen in drei einzeln verpackten Süßigkeiten (Schokoriegel und Kaubonbons) jeweils eine Nähnadel.
- Nordrhein-Westfalen: In Essen meldeten zwei Familien Nadeln in Schokoriegeln und Weingummi. In Bad Salzuflen (Kreis Lippe) entdeckte ein Vater eine Nadel in einem Kaubonbon seiner Tochter.
- Schleswig-Holstein: In Holm fanden Eltern mehrere Nägel (einer 3,5 cm lang) in Kaubonbons. Auf Fehmarn (Burg) entdeckte ein Mädchen eine drei Zentimeter lange Nähnadel in einem angebrochenen Schokoriegel. Auch aus Schönberg bei Lübeck wurden Nadelfunde gemeldet.
- Weitere Meldungen kamen unter anderem aus Thüringen (Tacker-Nadeln in Kaubonbons bei Weimar, Nadeln in Leinefelde-Worbis), Bayern (Schrauben in Landshut, Nadeln in Nürnberg), Baden-Württemberg (Nadeln in Filderstadt) und Brandenburg.N-tv
In den meisten Fällen blieben die Kinder unverletzt, weil die Fremdkörper vor dem Verzehr entdeckt wurden. Die Polizei geht davon aus, dass die Gegenstände absichtlich eingebracht wurden. Ermittlungen laufen, Täterhinweise fehlen bislang weitgehend.
Internationale Parallelen
Ähnliche Vorfälle wurden auch im Ausland gemeldet:
- USA: Nadeln und Nägel in Snickers-Riegeln und anderen Süßigkeiten in mehreren Bundesstaaten (u. a. Nebraska, Illinois, Texas).Mlive
- Kanada: In Toronto fand ein Vater Nähnadeln und Pins in mehreren Süßigkeiten (KitKat, Cadbury, Snickers). In Québec gab es Meldungen aus Drummondville und Gatineau.
- Irland: In Donegal entdeckten Mütter Pins in mehreren Süßigkeiten.
Bestätigte Fälle von Gift in den Süßigkeiten der letzten Tage sind bislang nicht bekannt geworden. Historisch gehören vergiftete Halloween-Naschereien weitgehend in den Bereich von Urban Legends und Hoaxes; die aktuellen Berichte konzentrieren sich auf scharfe Metallobjekte.
Polizei-Empfehlungen
Die Behörden raten Eltern und Kindern dringend:
- Alle gesammelten Süßigkeiten vor dem Verzehr gründlich prüfen – auf Einstichstellen, beschädigte oder ungewöhnlich verformte Verpackungen, Fremdgerüche oder verdächtige Konsistenz.
- Verdächtige Stücke nicht essen, sondern sichern und der Polizei melden. Fremdkörper möglichst nicht selbst entfernen, um Spuren zu erhalten.
- Unverpackte oder offensichtlich manipulierte Süßigkeiten entsorgen.
Die Polizei betont, dass die absolute Mehrheit der Halloween-Süßigkeiten unbedenklich ist, fordert aber erhöhte Aufmerksamkeit. Wer Hinweise auf Täter oder weitere Funde hat, soll sich an die örtliche Polizei wenden.
(Stand: 2. November 2026 – die Lage kann sich durch weitere Meldungen noch verändern.)
Quellen: Tagesschau, WDR NDR, T-Online