Kopenhagen: In einem gemeinsamen Brief mit mehreren Regierungschefs fordert Mette Frederiksen (S) Maßnahmen an den EU-Außengrenzen.
Ministerpräsidentin Mette Frederiksen (S) fordert gemeinsam mit der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und 20 weiteren Regierungschefs Maßnahmen in der Exklave Ceuta angesichts der starken Migrationsströme.
Die Regierungschefs haben dies in einem gemeinsamen Brief an die EU verfasst, wie das Büro der Ministerpräsidentin in einer Pressemitteilung bekannt gab.
„Es ist absolut entscheidend, dass wir die Kontrolle über Europas Grenzen behalten. Der Druck auf die EU-Außengrenzen erfordert eine sofortige und entschlossene Reaktion. Allen voran von Spanien und Marokko“, so Mette Frederiksen.
Der Brief fordert die irische Ratspräsidentschaft auf, eine Dringlichkeitssitzung der EU-Innenminister einzuberufen, um die notwendigen Maßnahmen umzusetzen.
Seit Donnerstagmorgen sind Zehntausende Migranten aus Marokko in die spanische Exklave Ceuta geströmt.
Laut Reuters gab der Exklavenchef Juan Jesús Vivas am Freitag bekannt, dass schätzungsweise 60.000 Menschen Ceuta erreicht haben.
Von diesen rund 60.000 Migranten sollen am Freitag etwa 48.000 aus Ceuta nach Marokko zurückgekehrt sein.
Ceuta liegt an der Straße von Gibraltar und ist vom Meer aus vollständig von Marokko umschlossen. Die Exklave hat rund 83.000 Einwohner.
In dem gemeinsamen Schreiben wird unter anderem gefordert, dass die EU über eine verstärkte Unterstützung von Frontex, der EU-Grenzschutzagentur, berät.
Die unterzeichnenden Regierungschefs erklären sich außerdem bereit, die Grenzkontrollen an ihren jeweiligen Landesgrenzen zu verstärken, um zu verhindern, dass Migranten aus Ceuta nach Europa gelangen.
Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez verurteilte am Samstag den Aufruf der europäischen Staats- und Regierungschefs als „egoistisch“.
„In der aktuellen internationalen Lage braucht die EU diese Art von egoistischer, polarisierender und unrechtmäßiger Reaktion nicht“, schrieb der spanische Ministerpräsident laut AFP in einem Brief an die europäischen Staats- und Regierungschefs.
Neben Mette Frederiksen und Giorgia Meloni unterzeichneten auch Bundeskanzler Friedrich Merz, der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson und der polnische Ministerpräsident Donald Tusk den Brief an die EU.
Auch die jeweiligen Regierungschefs von Österreich, Belgien, Bulgarien, Zypern, Tschechien, Kroatien, Estland, Finnland, Griechenland, Ungarn, Lettland, Litauen, Malta, den Niederlanden, Rumänien, Slowenien und der Slowakei unterzeichneten den Brief.