(Flensburg) – Der deutsche Innenminister Horst Seehofer (CSU) hat am Sonntag entschieden, dass die Dänen ab dem heutigen Montagmorgen nicht mehr in das Nachbarland reisen können. Es ärgert die Flensburger Bürgermeisterin Simone Lange (SPD), dass diese Entscheidung getroffen wurde.

Als Dänemark am vergangenen Freitag entschid, die Grenze zu Deutschland am Samstagmittag zu schließen, nannte es die Bürgermeisterin von Flensburg einen schwarzen Tag für die dänisch-deutsche Zusammenarbeit. Und auch ist Simone Lange darüber nicht zufrieden, dass Deutschland nun in die Fußstapfen Dänemarks tritt und ebenfalls seine Grenze schließt.

„Es ist nicht richtig, die Grenze zu schließen. Ich bin sehr traurig, dass jedes Land in Europa die Probleme eher selbst als gemeinsam lösen will“, sagte die Flensburger Bürgermeisterin.

Am Sonntagnachmittag gab der deutsche Innenminister bekannt, dass die Grenze zu Dänemark ab Montagmorgen um 08:00 Uhr geschlossen wird, um die Ausbreitung des Coronavirus in Europa zu verringern.

„Natürlich kann ich einsehen, dass sie alles tun müssen, um zu verhindern, dass sich Menschen gegenseitig infizieren. Aber im größeren Zusammenhang denke ich, dass es besser wäre, eine gemeinsame Lösung in Europa zu finden, als die Grenzen zu schließen“, sagt die Bürgermeisterin von Flensburg.

Die deutsche Grenzschließung wird wie die dänische aussehen. Dieses bedeutet, dass Güter und Pendler weiterhin die Grenze überqueren können und nur ganz normale Menschen trifft, die ins Nachbarland als Touristen oder nur zum Einkaufen oder zum Besuchen von Freunden und verwandten einreisen möchten.

Die Grenzschließung trat am Montagmorgen um acht Uhr in Kraft. Neben der dänisch-deutschen Grenze wird Deutschland seine Grenzen zu Österreich, der Schweiz, Frankreich und Luxemburg schließen.

von

Günter Schwarz – 16.03.2020