Der frühere Chefredakteur der regierungskritischen türkischen Zeitung „Cumhuriyet“, Can Dündar, will in Deutschland ein neues Medium gründen, um über die Lage in der Türkei zu informieren.

„Es gibt Hunderte türkische Journalisten, die aufgrund der jüngsten Repressionen ohne Arbeit sind“, sagte Dündar gestern der Nachrichtenagentur AFP in Straßburg. „Gemeinsam können wir etwas tun, um der Regierung zu zeigen, dass sie die Journalisten nicht daran hindern kann, Informationen zu verbreiten“, fügte er hinzu.

Dündar war im Mai nach der Veröffentlichung eines Artikels über Waffenlieferungen des türkischen Geheimdienstes an die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) in Syrien zu fünf Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt worden. Im Februar wurde er bis zum Berufungsverfahren auf freien Fuß gesetzt. Im Juli verließ Dündar die Türkei und lebt seither in Deutschland.

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Günter Schwarz – 09.11.2016