(Silkeborg) – Siemens schließt sein Werk im dänischen Engesvang bei Silkeborg. Der Dax-Konzern stellt dort bisher Rotorblätter für Windturbinen her. Der Standort kann aber nicht für den Bau größerer Rotorflügel erweitert werden.

Der deutscheElektrokonzern Siemens mit Sitz in Berlin und München schließt eine Windkraftfabrik in Dänemark und entlässt die 430 dort beschäftigten Mitarbeiter. Die Entscheidung sei vor allem gefallen, weil an dem Standort nur relativ kleine Rotorblätter für Anlagen an Land hergestellt werden könnten. „In den letzten Jahren sind die Onshore-Rotorblätter immer größer geworden“, sagte eine Siemens-Sprecherin am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Der Bedarf nach kleineren Rotorblättern nimmt konstant ab.“

In der Fabrik in Engesvang bei Silkeborg in Midtjylland (Mitteljütland) gebe es aber nicht die Kapazitäten, um größere Blätter zu produzieren. Bis Mitte Juli dieses Jahres soll die Produktion dort abgewickelt sein.

On- und Offshore-Rotorblätter stellt Siemens auch im dänischen Aalborg her. Hier hatte der Konzern erst im Januar angekündigt, 150 Mitarbeiter entlassen zu wollen. Im dänischen Brande produziert Siemens Maschinenhäuser für Windkraftanlagen. Im Sommer hatte sich der Konzern mit dem spanischen Windanlagenbauer Gamesa auf eine Zusammenlegung der Windkraftsparten verständigt, die im ersten Quartal des Jahres abgeschlossen werden soll. Damit steigt Siemens zum weltweit größten Hersteller von Windkraft-Anlagen auf. Im vergangenen Sommer hatte Siemens dank mehrerer Großaufträge für Kraftwerke und Windparks den höchsten Auftragsbestand seiner Geschichte erreicht.

An anderen Standorten will der Konzern seine Investitionen generell verstärken. So plant Siemens etwa in Mexiko in den kommenden zehn Jahren entsprechende Ausgaben von rund 200 Millionen US-Dollar (188 Mio Euro). Dadurch sollen rund 1.000 neue Arbeitsplätze entstehen, wie Vorstandsvorsitzender Joe Kaeser am Dienstag in Mexiko-City sagte.

von

Günter Schwarz – 16.02.2017