(Kiel) – Mehr als ein Jahr nach einer wilden Verfolgungsjagd und Schüssen auf der A215 bei Kiel haben Einsatzkräfte eine Wohnung und drei Geschäfte in Kiel und im zum Kreis Rendsburg-Eckernförde gehörenden angrenzenden Kronshagen durchsucht.

Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Michael Bimler suchten sie am Dienstag „nach einer scharfen Schusswaffe“ – dies letztlich aber erfolglos. Die Ermittlungen wegen unerlaubten Waffenbesitzes richteten sich gegen einen 39-Jährigen, so Bimler. Bei dem Mann handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um einen engen Angehörigen des Opfers der Verfolgungsjagd auf der Autobahn vom Mai 2018.

Das Kieler Landgericht hatte im April im Zusammenhang mit den Schüssen einen Mann zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und acht Monaten verurteilt. Wegen eines Familienstreits hatte der in Beirut geborene deutsche Staatsangehörige auf seinen Schwager geschossen.

Im Fokus der Durchsuchungen am Dienstag standen zwei Supermärkte und eine Bäckerei in Kiel sowie ein Wohnhaus in Kronshagen. Die Ermittlungen gegen den Beschuldigten laufen schon länger. „Letztendlich ist das ein Weiterführung einer Durchsuchung, die wir bereits im Januar 2019 gemacht haben“, sagte Bimler.

Damals hatte die Polizei einen Supermarkt im Kieler Stadtteil Gaarden durchsucht. Die Beamten entdeckten zwar eine Schusswaffe und Munition, aber diese passten nicht zusammen.

„Wir gehen davon aus, dass noch eine weitere Schusswaffe im Umlauf ist. Nachdem sich dann auch noch ein weiterer Hinweisgeber anonym gemeldet hat, haben wir Durchsuchungsbeschlüsse beantragt“, sagte Bimler.

Diese wurden heute, am Dienstag, vollstreckt. Vor allem die Überprüfung der Supermärkte nahm laut Bimler ein paar Stunden in Anspruch.

von

Günter Schwarz – 20.08.2019