Im Duell der Präsidentschaftskandidatur zwischen Donald Trump und Hillary Clinton wird mit harten Bandagen gekämpft. Trotz Trumps regelmäßigen verbalen Entgleisungen feuert das republikanische Lager aus allen Rohren, um Clinton der Unzuverlässigkeit zu überführen. Nach neuen Erkenntnissen hat sich nun ein neuer Verbündeter gefunden: Julian Assange?

Nach Angabe einer rechtspopulistischen Publikation »Fury News« soll Assange seit Wochen erwägen, auf seiner Plattform »Wikileaks«, geheime Mitschnitte von Clintons Beraterin Huma Abedin veröffentlichen zu wollen, die diese an den saudischen König Salman übermitteln wollte. Die Mitschnitte seien der Hackergruppe »Anonymous« in die Hände gefallen und gäben ausreichend Beweise, um Clinton des Verrats zu überführen, behauptet »Fury News«. In der Aufzeichnung würde Hillary Clinton ferner ebenfalls Namen nennen, die an »der Verschwörung« beteiligt seien. Unter anderen werde auch Angela Merkel namentlich benannt. Bei »Der Verschwörung« soll es sich um einen Landesverrat handeln, der von Huma Abedin gemeinsam mit der »Muslimischen Bruderschaft« eingefädelt worden sei.

2012 wurde Huma Abedin, die pakistanische Wurzeln hat, von der republikanischen ehemaligen Abgeordneten für den 6. Bezirk (Minnesota) Michele Bachmann der Konspiration mit der islamistischen Muslimbruderschaft bezichtigt. Keine der Vorwürfe konnte von einem einberufenen Untersuchungsausschuss bestätigt werden. Trotzdem musste die Familie Abedins unter Polizeischutz gestellt werden, da sie infolge der Kontroverse von einem Mann aus New Jersey bedroht wurde.

Abedin, die seit 2009 als enge politische Beraterin und Mitarbeiterin mit Hillary Clinton zusammen arbeitet, wird nun wieder der Verbindung mit radikalislamistischen Kreisen bezichtigt. Der Vorwurf fällt bei den Unterstützern Trumps durchaus auf fruchtbaren Boden.

Wikileaks äußerte sich nicht zu den Anschuldigungen oder etwaig geplanten Veröffentlichungen. Huma Abedin gab in einem Telefonat eindeutig zu verstehen, dass diese Behauptungen absolut haltlos seien. Der Name des saudischen Königs sei von ihr gegenüber Clinton lediglich gefallen, als sie Hillary über den Gesundheitszustand des inzwischen 80jährigen Königs informierte, nachdem Clinton aufgrund einer Reuters-Meldung über einen Unfall des Königs bei ihr nachfragte. Dieses Gespräch habe bereits im November vergangenen Jahres stattgefunden, so Abedin.

Ein Indiz dafür, dass die Vorwürfe frei erfunden sind, wäre ebenfalls die (für Wikileaks unübliche) wochenlange Verzögerung der Veröffentlichung dieser angeblichen Mitschnitte bei Wikileaks.

von
Michael Schwarz – 7.08.2016